[Rezension] Judith W. Taschler – "Die Deutschlehrerin"

Judith W. Taschler – Die Deutschlehrerin
Gegenwartsliteratur

Verlag: Droemer-Knaur-Verlag
Umschlaggestaltung: NETWORK! Werbeagentur München
Umschlagabbildung: © Gettyimages /THEPALMER
ISBN 13: 978-3-426-30409-9
Seiten: 223 Seiten
Erschienen: 1. Dezember 2014

Zum Inhalt
Nach 16 Jahren trifft Mathilde zufällig Xaver wieder, ihre große Liebe. Nach der Trennung hatte sie einen Nervenzusammenbruch, hat nie verstanden, warum er gegangen ist. Mittlerweile hat sie sich ein neues Leben als Deutschlehrerin aufgebaut – doch bei ihrer Begegnung kommt alles wieder hoch und die beiden rekapitulieren ihre gescheiterte Beziehung.

Meine Meinung
Ich weiß gar nicht mehr, woher ich diese Empfehlung hatte und so habe ich ohne große Erwartungen und auch ohne Vorstellung, was sich hinter dem Titel verbirgt, angefangen zu lesen – und schon nach wenigen Seiten hat mich das Buch gefesselt und in einen ganz eigenen Sog gezogen.

Es ist eine Mischung aus Krimi, Psychothriller und Liebesgeschichte, dazu auf ganz interessante Weise erzählt. Der Roman beginnt als Email-Roman, dann gibt es immer wieder Rückblicke in die Vergangenheit, dazu von den beiden Hauptfiguren erzählte Geschichten, bei denen man zunächst nicht weiß, ob sie wahr oder erfunden sind – gerade diese wechselnden Erzählweisen haben mir sehr gut gefallen und mich immer tiefer in die Geschichte gesogen, denn so konfus das Ganze am Anfang erscheint, so sehr verbinden sich die verschiedenen Erzählstränge nach und nach und ergeben am Ende ein großes Ganzes. 

Es gibt nicht viele Charaktere, die in diesem kurzen Roman eine Rolle spielen, dafür sind die beiden Hauptfiguren aber exzellent ausgearbeitet und bieten viele verschiedene Facetten. Wirken sie beide anfangs vielleicht eher ein bisschen langweilig und gediegen, ändert sich das im Laufe der Geschichte, die immer wieder durch unerwartete Wendungen und überraschende Situationen punkten kann. Das Ende hat mich dann kalt erwischt – und das direkt aus verschiedenen Aspekten. Zum einen hat mich getroffen, wie es mit den Figuren weitergeht, zum anderen hat mich auch deren jeweilige Motivation überrascht.

Der Schreibstil ist klar und präzise, ohne Schnörkel oder blumige Beschreibungen. Er schafft eine ganz eigene Atmosphäre, eher kühl und distanziert, oft auch geheimnisvoll und hat mich so völlig in seinen Bann gezogen. Lediglich zu Beginn hatte ich etwas Probleme mit der Art, die Geschichte zu erzählen, vielleicht weil ich mich so auf Abstand gesetzt fühlte – das hat sich aber nach kurzer Zeit gegeben, und ich konnte gar nicht mehr aufhören zu lesen. Mich hat dieses Buch wirklich abtauchen lassen in eine ganze eigene Welt und ich war gefesselt von Anfang an – ich gebe daher 4,5 von 5 Sternen.

Mein Fazit
Eine interessante Mischung aus Krimi, Thriller und Liebesgeschichte, die durch eine interessante Erzählweise mit einem klaren und präzisen Schreibstil punktet. Auf mich hat diese Geschichte einen richtiggehenden Sog ausgeübt, so dass ich nicht mehr aufhören konnte zu lesen – viele unerwartete Wendungen haben das Ganze dann nochmal spannender gemacht. Ich gebe 4,5 von 5 Sternen und bin gespannt auf weitere Bücher der Autorin.


1 Kommentar:

  1. Hallo Sabine,
    ich muss "Die Deutschlehrerin" noch lesen, habe aber von der Autorin "bleiben" gelesen, das mir sehr gut gefallen hat! ich werde definitv noch Ausschau nach anderen Bücher von Judith Taschler halten bzw. habe ich entdeckt, dass es einen neuen Roman von ihr gibt. Muss ich mir gleich näher ansehen...
    Liebe Grüße
    Martina

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